The Chippendales

Die Geschichte der Chippendales

Die Chippendales sind eine tourende Tanzgruppe, die für ihre Striptease-Auftritte bekannt sind. Die Tänzer sind für ihr charakteristisches Oberkörperkostüm bekannt, welches aus einer Fliege, einem Kragen und einer Hemdmanschetten besteht. Der restliche Oberköper der Tänzer ist üblicher Weise nackt.

Die Chippendales wurden 1979 gegründet und waren die erste Striptease-Tanzgruppe welche ausschließlich aus männlichen Mitglieder bestand. Durch die Qualität der Striptease-Inszenierungen trugen die Chippendales maßgeblich dazu bei, dass der Striptease eine salonfähige Form der Unterhaltung - wenn auch mit erotischem Hintergrund - wurde.

Die Chippendales treten im Rio All Suite Hotel und Casino in Las Vegas in einem Theater und einer Lounge auf, die speziell für sie gebaut wurden. Die Kosten beliefen sich auf 10 Mio. USD. Jährlich werden die Shows der Chippendales von fast zwei Millionen Menschen weltweit besucht. Hierzu finden Shows in den USA, Mittel- und Südamerika, Europa, Asien und Südafrika statt.

Chippendales wurden im Jahr 1976 gegründet. Somen Banerjee und Bruce Nahin kauften einen Nachtclub namens Destiny II in der Overland Avenue in Los Angeles. Nach einer Reihe von Versuchen, den Club gewinnbringend zu führen, präsentierte Paul Snider den Club-Besitzern Nahin und Banerjee eine Tanzshow welche ausschließlich aus männlichen Tänzern bestand. Diese Idee wurde letztendlich zum Merkmal und in weiterer Folge zum Namen des Clubs. Der Clubname wurde von Nahin vorgeschlagen, da der Club Interieur im Chippendale-Stil hatte. Dorothy Stratten unterstütze Nahin dabei, die Erlaubnis von Hugh Hefner zu erhalten, das das für Playboy typische Manschetten- und Kragendesign auch für den Club Chippendales verwendet werden darf.

Stratten wurde nur wenige Monate nachdem der Club öffnete von Snider im Zuge eines Streits mit einer 12-kalibrigen Mossberg 500-Pumpgun erschossen. Banerjee und Nahin engagierten den Choreografen Nick De Noia, um den Club in eine Tanz-Kabarett zu verwandeln. Die aufgeführten Shows erreichte landesweite Anerkennung und das Konzept wurde bald von Nahin auf Clubs in New York City, London, Hamburg, Amsterdam, Thailand, Australien, Philadelphia und Florida ausgeweitet. Auch mobile Shows tourten bereits zu dieser Zeit ausgiebig durch die USA, Asien und Europa.

Für Chippendales waren die frühen 1980er-Jahre geprägt von relevanten Rechtsstreitigkeiten in Bezug auf angebliche sexuelle Vorurteile gegenüber männlichen Gästen, diversen Anklage wegen Rassendiskriminierung und später im Jahr 1988 wegen einer Insolvenz Banerjees, da sich dieser strikt weigerte der Firma Anderson Lithograph eine Rechnung für einen Druckauftrag in Höhe von 300.000 USD zu bezahlen. Die Werbeagentur erstellte einen Chippendales-Kalender für das Jahr 1987 wobei 31 Tage pro Monat im Layout festgelegt wurden. Zwar hatte Banerjee alle Druckentwürfe freigegeben, sich dann jedoch geweigert, die Druckerei für die gedruckten Erzeugnisse zu bezahlen. Das Unternehmen Chippendales erholte sich aus der Insolvenz, die Druckerei musste jedoch aufgrund der Nichtzahlung schließen.

De Nora und Banerjee gerieten in einen Streit, was Nahin in weiterer Folge zwang mit jedem seiner beiden Geschäftspartner separat zu agieren. Banerjee holte in weiterer Folge den Choreografen Steve Merritt an Board der Chippendales, der mit seinem Partner Mark Donnelly Bühnenshows in Las Vegas und London konzeptierte, plante und umsetzte. Merritt und Donnelly hatten die Idee, die männlichen Stripperinnen in eine Art Mini-Broadway-Show mit Tanz, Musik und Themen zu verwandeln. Um neue Stripper engagieren zu können, musterten sie die attraktivsten Männer welche sich in Venice Beach, Manhattan Beach und Santa Monica Beach finden liesen. Der Choreograph Merritt brachte den neuen Männern daraufhin das Tanzen bei.

Merritt wurde der Choreograf der Chippendales-Shows in Los Angeles und daraufhin auch für die in New York stattfindenden Aufführungen. Dies führte dazu, dass zwei separate Shows aufgeführt wurden, und zwar jene Tour-Version von De Noia und die Banerjee-Merritt-Version. Banerjee duldete De Noias Besitz des Touring-Unternehmens nicht und beauftrage im Jahr 1987 einen Auftragsmörder, um De Noia und Nahin töten zu lassen. De Noia wurde getötet. Nahin war zu der Zeit nicht in New York und konnte somit dem Mord entkommen. Mayeron übernahm dessen Rechte und Pflichten, bis Banerjee erfolgreich die Touring-Rechte von den Erben De Noias für 1 Million Dollar erwarb.

Die Chippendales litten unter rechtlichen Problemen. Es bestanden vermehrt Konflikten mit Unternehmen die ihr Konzept bzw. ihre Striptease-Shows kopierten. Weiters litten sie im Jahr 1993 unter dem Vorwurf, dass Banerjee die Ermordung von De Noia und weiters den geplante Mord auf Nahin aus dem Jahr 1987 veranlasst hat.

Banerjee wurde ohne Aussetzen einer Kaution verhaftet. Grund für die nicht zugelassene Kaution war, dass eine Zeugenaussage bestand, welche besagte, dass Banerjee einem Privatpiloten 25.000 US-Dollar gezahlt hatte, um ihn ohne Reisepass nach Indien zu bringen. Weiters kündigte Banerjee an Selbstmord zu begehen, falls er verhaftet wird.

Am frühen Morgen des 23. Oktober 1994 wurde Banerjees Leiche in seiner Zelle aufgefunden. Der Selbstmord wurde mittels Erhängen durchgeführt. Es wird spekuliert, dass Banerjee seine Frau vor einem zu erwarteten Todesurteil und einer Geldstrafe von 1,75 Millionen US-Dollar schützen wollte. Der Wert der der Chippendales Cooperation war zu diesem Zeitpunkt jedoch schon weitaus höher als die vermutete Geldstrafe. Der Suizid fand somit vor dem Abschluss des Verfahren statt, woraus sich ergab dass kein Urteil gegen Banerjee erlassen werden konnte.

Der gesamte Anteil von Banerjee an der Chippendales Corporation sowie sein Nachlass gingen an seine Frau Irene, die das Unternehmen - ohne Wissen und vorherige Genehmigung Nahins - anschließend an den aktuellen Eigentümer (Chippendales USA) verkaufte.

Merritt inszenierte Shows in verschiedenen Chippendales Clubs bis zu seinem Tod in den 1990er Jahren.

Irene starb Anfang der 2000er Jahre an Brustkrebs.

Mark Donnelly ist derzeit Drehbuchautor und lebt in Los Angeles.

Das Unternehmen wird aktuell von Kevin Denberg geführt, dessen Großvater Teil einer Partnerschaft mit Steve und Gary Rogers war, und in den 1980er Jahren einen Chippendales-Club in New York City eröffnet hatte. Kevin Denberg kaufte die Chippendales Cooperation im Jahr 2000 mit mehreren anderen Investoren und konzentrierte sich darauf, das Unternehmen von seiner mit negativem Image belasteten Vergangenheit zu distanzieren.




Rechtssteits der Chippendales

Das Unternehmen kämpft weiterhin vor Gericht gegen Unternehmen an, welche das Konzept der Chippendales nachahmen.

Die Chippendales liessen ihre Uniform "Cuffs and Collar" im Jahr 2003 erfolgreich als Warenzeichen registrieren. Dies ergab sich aus einer Vereinbarung zwischen Hugh Hefner und Nahin die um etwa 1980 geschlossen wurde. Diese Registrierung beruhte jedoch auf der "erworbenen Unterscheidungskraft“. Chippendales reichte eine spätere Anmeldung derselben Marke ein, um die Marke als inhärent unterscheidungskräftig anerkennen zu lassen. Die Markenprüfungs- und Beschwerdeinstanz bestätigte die Entscheidung des Prüfers, mit der Begründung dass die Marke nicht von Natur aus unterscheidbar sei. Die Markenprozess- und Beschwerdeinstanz stellte fest, dass ihre Entscheidung die Rechte aus der Registrierung im Jahr 2003 in keiner Weise beeinträchtigte.

Am 1. Oktober 2010 bestätigte das US-amerikanische Berufungsgericht für den Federal Circuit die Entscheidung des Trademark Trial and Appeal Board. Nichts in dieser Entscheidung habe die Gültigkeit der Eintragung aus dem Jahr 2003 beeinträchtigt. Einer der Gründe, die Entscheidung aufrecht zu erhalten war der Bericht eines Experte welcher von den Chippendales selbst beauftragt wurde. Dieser räumte ein, dass die Outfits der männlichen Tänzer von denen der Playmates - welche ebenfalls eine Fliege und Hemdmanschetten tragen -„inspiriert“ waren.




Besondere Tänzer und Gastgeber

Der Radiomoderator Todd Michaels trat 1991 und 1995 im bei den Chippendales als Gast auf.

Karina Smirnoff von „Dancing with the Stars“ war im November 2010 Gastgeberin der "Ultimate Girls Night Out" der Chippendales.

Die Chippendale-Tänzer Jaymes Vaughan und James Davis traten in der 21. Staffel von „The Amazing Race“ an und belegten schließlich den 2. Platz.

Vaughan, der für die Las Vegas Show singt, hat auch eine Solo-Single "Vampire" veröffentlicht, und Davis, der als Gitarrist der Show dient, spielt auch Bass für Vegas Band „My Name Engraved“.

Andere bemerkenswerte Chippendales-Tänzer sind: Schauspieler Ian Ziering, Jake Pavelka, Schauspieler Joey Lawrence, Sänger Jeff Timmons, Bandmitglied Mikey Cross von Taking Dawn und der professionelle Wrestler Kenny King.




Weitere Fakten zu den Chippendales

In der englischen Komödie The Full Monty von 1997 dreht sich die Handlung um einen Plan der Charaktere, eine von den Chippendales inspirierte Striptease-Gruppe zu gründen.

Regisseur Tony Scott arbeitete angeblich an einem Film über Banerjee und die Geschichte der Chippendales zum Zeitpunkt seines Todes. Produzent Alan Ball arbeitet angeblich an einer Geschichte, die auf den Todesfällen um die Chippendales basiert. Im Juli 2017 wurde bekannt gegeben, dass Dev Patel als Banerjee und Ben Stiller als De Noia besetzt ist. Die Produktion sollte 2018 mit dem Arbeitstitel "I am Chippendales" beginnen.

Der Bollywood-Schauspielerproduzent Salman Khan hat eine Biografie über Somen Banerjees Leben und seine Reise mit den Chippendales angekündigt.





Quellen:
Douglas Harper